Ephedra Ephedrin

Ephedra ist die lateinische Bezeichnung für den Nacktsamer Meerträubel. Die Pflanze kommt vorwiegend in heißen und trockenen Gebieten vor, ist aber auch in Europa verbreitet. Nacktsamer sind sehr alte, urtümliche Pflanzen - Nadelbäume, Farne und Acker-Schachtelhalm gehören beispielsweise dazu. Mit dem Schachtelhalm wird Ephedra auch gelegentlich verwechselt.
Der interessanteste Inhaltsstoff von Ephedra ist das Ephedrin. Hierbei handelt es sich um ein Alkaloid, dessen Wirkung der von Amphetaminen ähnelt. Da Ephedrin ebenso wie die Amphetamine zu Abhängigkeit führt, starke, gelegentlich auch tödliche Nebenwirkungen hat und als Grundstoff für die Synthese von Drogen genutzt wurde, unterliegt Ephedra (Ephedrin) inzwischen der Rezeptpflicht und dem Grundstoffüberwachungsgesetz. Das bedeutet, dass Ein- und Ausfuhr, Handel und Herstellung sowohl melde- als auch genehmigungspflichtig sind und die Droge (seit 2001) nicht mehr frei in der Apotheke erworben werden kann.
Die Wirkung von Ephedra (Ephedrin) ist sehr lange bekannt, im alten China wurde sie schon als Erkältungs- und Stärkungsmittel genutzt. Aus den jungen Trieben der Pflanze stellten die Mormonen einen Tee her (Mormonentee), den sie als Ersatz für den ihnen verbotenen Kaffee tranken. Inzwischen ist auch der Genuss von Mormonentee verboten.
In neuerer Zeit wurde Ephedra (Ephedrin) als Appetitzügler und Fettverbrenner vor allem von Bodybuildern aber auch zur Unterstützung von Diäten zur Gewichtsreduzierung genutzt. Die Substanz wird auf der Doping-Liste geführt - und die Gefahr einer Abhängigkeit oder gefährlicher Nebenwirkungen steht in keinem Verhältnis zum eventuellen Nutzen. Sinnvoller ist in diesem Zusammenhang der Verzehr von auf dem Prinzip der Thermogenese basierenden Stackern
Wegen der amphetaminähnlichen Wirkung wurde Ephedra (Ephedrin) auch als Aufputschmittel, bzw. Partydroge angewendet. Hierbei kam es in den USA zu Todesfällen - Schüler hatten die Substanz in zu hoher Dosierung eingenommen. Die Gefahr ernster Nebenwirkungen ist bei nicht-standardisierten Drogen sehr hoch, da der Wirkstoffgehalt in den Tees, Tropfen, Pulver, etc. sehr stark schwankt und es dadurch leicht zu (unter Umständen tödlichen) Überdosierungen kommen kann.
In der Medizin wird Ephedra (Ephedrin) aber nach wie vor angewendet. Das in den rezeptpflichtigen Medikamenten enthaltene Ephedrin ist synthetisch hergestellt worden, die Konzentration daher bekannt. Bei Einhaltung der Dosierungsvorschrift kann man damit die Gefahr einer Überdosierung sehr gering halten. Um eine Gewöhnung oder Abhängigkeit zu vermeiden, sollten Präparate mit dem Inhaltsstof Ephedrin nur unter Aufsicht des Arztes und über einen möglichst kurzen Zeitraum eingenommen werden.

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